Talk about the sh*t you don’t want to talk about |

Talk about the sh*t you don’t want to talk about

​Sage mir was auf dich zutrifft und ich sag dir, welche Symptome du hast:

  • Perfektionistisch
  • Hohe Ansprüche an dich selbst
  • Mühe emotional loszulassen
  • Gerne die Kontrolle haben, den Dingen nicht ihren Lauf lassen
  • Das Gefühl, die Angst, nicht genug zu sein
  • Immer für alle da sein und sich selber vergessen

Ich mag dieses «Spiel». Zu sehen, wie am Ende alles zusammenhängt. Wie solche Sachen, deine Verdauung komplett durcheinanderbringen können. Dich krank machen können.

Ich hatte selber rund zehn Jahre Verdauungsbeschwerden und auf mich treffen ziemlich alle Punkte von oben zu. Doch darüber spreche ich nie.

Ich teile offen meine Beschwerden und Erfahrung. Aber immer so, dass ich doch noch der «perfekte» Health Coach bin (Perfektion, Punkt eins der Liste 🙈) . Ich möchte alles richtig machen. 

Soweit ich mich zurückerinnern kann, hatte ich immer das Gefühl möglichst perfekt sein zu müssen, um Anerkennung zu bekommen. Ja keine Angriffsfläche bieten. Mich ja nie verletzlich zeigen. Gefühle behielt ich immer für mich. 

Auch wenn ich in den letzten Jahren viel an mir und meinen Problemen gearbeitet habe, so fällt es mir immer noch schwer, mich verletzlich zu zeigen. Loszulassen, Dinge nicht zu kontrollieren, ihnen ihren Lauf zu lassen, auch nach aussen hin nicht alles im Griff haben. Offen über meine Gefühle und Probleme sprechen. 

Talk about the sh*t you don’t want to talk about​

Ich stiess am Sonntag auf die Dokumentation «I am Maris». Sehr inspirierend. Maris, ihre Geschichte und wie offen sie darüber spricht. Ihr erster Blogpost in dem sie offen über ihre Anorexie, Angststörung und Probleme im Alltag sprach, betitelte sie «Talk about the sh*t you don’t want to talk about».

Auch wenn ich zum Glück, nicht so viel sh*t durchmachen musste wie Maris, so hat mich ihre Offenheit inspiriert, mich auch mehr zu öffnen und über die ganzen Dinge zu sprechen, über die ich eigentlich nicht sprechen wollte. Weil ich mich dafür schäme. Weil ich nach wie vor Mühe habe, mich verletzlich zu zeigen. Weil ich mich über die Reaktionen fürchte. Mich fürchte, wie mich andere wahrnehmen, wenn ich über den ganzen sh*t spreche.

​Eine Szene aus meiner Lehre geht mir dazu nicht mehr aus dem Kopf: 
Ich schrieb beinahe immer gute Noten in der Berufsschule. Meine Nebenstiftin lernte extrem viel, bemühte sich unglaublich und ihre Noten waren immer ganz okay. Aber sie wollte besser sein. Sie wollte meine Noten oder mehr. Sie litt darunter und meinte, dass mir ja alles ganz leichtfallen würde und dass ich es guthätte, weil bei mir alles perfekt sei.

Innerlich zerriss es mich fast. Denn bei mir war gar nichts perfekt. Ich fühlte mich sogar schuldig, dass ich besser war als sie. Ich fühlte mich verantwortlich dafür, dass sie sich wegen meinen Noten schlecht fühlte.

Ich glaubte, ich brauche super Noten, um jemand zu sein. In meiner Familie hatten alle gute Noten. Und da ich «nur» eine Berufslehre machte, wollte ich mir selbst erst recht beweisen, dass ich etwas kann und jemand bin.

Mein Perfektionismus und die hohen Ansprüche an mich selbst manifestierten bereits anfangs Oberstufe in eine extreme Prüfungsangst, bevor sie sich Jahre später als Verdauungsprobleme bemerkbar machten. Ich hatte solche Angst, dass ich bereits ein Jahr vor den Abschlussprüfungen eine ganze Woche lang zuhause nur noch weinte. 

Ich erwartete von mir selbst Bestleistung. Meine Eltern hatten diesen Anspruch nie an mich. Eine 5.5 (Schweizer Schulnoten) war für mich nicht zufriedenstellen, wenn ich wusste, dass ich eine 6 hätte machen können. Ich setzte mich selber so extrem unter Druck, dass ich zeitweise fast daran zerbrach. 

Als meine Mama mit mir zu einer Kinesologin oder Psychologin gehen wollte, lehnte ich zuerst ab. Ich hätte keine Zeit dafür. Doch in Wirklichkeit wollte ich mir nur nicht eingestehen, dass ich ein Problem hatte. Ein Stück weite fühlte ich mich, als ob ich versagt hätte, wenn ich Hilfe annehme, Hilfe brauche.

Inzwischen war ich bereits viele Male beim Psychologen. Aber ich schämte mich jedes Mal. Ich zögerte es immer so lange hinaus, bis ich ohne Hilfe nicht mehr konnte. Ich hatte aus der Erfahrung von damals nichts gelernt.

Bestätigung von aussen

Ich suchte ständig nach Bestätigung von aussen. Durch Schulnoten, Feedback, Anerkennung und positiven Reaktionen von anderen. Auch heute werden diese Muster und Ängste regelmässig getriggert. 

Unbewusst versuche ich durch die Bestätigung aber nur meine Angst nicht genug zu sein, nicht wichtig zu sein, nicht geliebt zu werden, zu bestätigen, statt sie zu zerlegen. Das geht soweit, dass ich so ziemlich nie eine Geburtstagsparty organisierte, weil ich zu sehr Angst davor habe, dass niemand kommen wird.

Wenn jemand ganz unerwartet etwas Liebes für mich macht, einfach so, kann ich es auch heute häufig fast nicht glauben. Es berührt mich zu tiefst, da ich ganz tief in mir noch immer Fetzen von diesen Ängsten habe, nicht wichtig zu sein. Nicht einfach so für das was ich bin geliebt zu werden, ohne dass ich etwas «geleistet» hatte. 

Perfektion als Schutz

Das perfekt sein und keine Gefühle zeigen nach aussen, immer alles im Griff haben, war fast mein ganzes Leben lang meine Schutzmauer. Als ich die vor wenigen Jahren begann aufzubrechen, befand ich mich nicht nur weit ausserhalb meiner Komfortzone, ich fragte mich auch plötzlich wer ich bin, wenn ich das alles was ich war, nur vorgab zu sein. Ich hatte die Fassade so verinnerlicht, dass ich selber nicht mehr wusste wer ich bin.

Ich habe mich immer an die Bedürfnisse von anderen angepasst. Ganz nach dem Motto wenn es ihnen gut geht, geht es auch mir gut. Hauptsache sie sind glücklich, dann habe ich einen guten «Job» gemacht. 

Nicht weil es jemals von mir erwartet wurde. Ich machte es automatisch so. Ich dachte so funktioniert das Leben. Es war meine Art nach Bestätigung zu suchen. Ich fühle mich für andere verantwortlich und mache mich auch gern mal klein, nimm mich zurück, damit sie sich besser fühlen. 

Muster und alte Geschichten, die immer wieder getriggert werden

Dinge, die vielleicht niemals ganz verschwinden. Denn sie sitzen tief. Aber ich lerne heute, mit ihnen zu leben, statt sie zu verdrängen oder zu bekämpfen. Sie als Freund statt als Feind oder Schwäche zu sehen. Meine Ängste und Sorgen gehören zu mir, genau wie meine positiven Seiten. Sie haben genau so ihre Berechtigung. 

Ohne die Selbstzweifel und Ängste, ohne die PTBS nach dem frühen Tot von meinem Papa, ohne ADHS und ohne den ganzen Sh*t, den meine Familie durchmachen musste, wäre ich heute nicht da wo ich bin. Wäre ich nicht die Person, die ich heute bin. 

Ich möchte mich nicht mehr hinter einem perfekten Bild, einer Person oder einer Situation verstecken. Ich versuche nicht mehr einen guten ersten Eindruck zu machen. Ich bin, wie ich bin. What you see, is what you get.

Ich bin eine Perfektionistin.
Ich habe sehr hohe Ansprüche an mich selbst.
Ich mir fällt es schwer gewisse Dinge nicht kontrollieren zu wollen. Ihnen ihren Lauf zu lassen.
Ich habe Angst nicht genug zu sein, nicht geliebt zu werden.
Ich sorge mich zu sehr um andere und vergesse dabei manchmal mich und meine Bedürfnisse.

Ich bin Daniela.

Ich lade dich ein, ebenfalls dich zu öffnen und über das zu sprechen, was du nicht sprechen möchtest. Sei es mit einer guten Freundin, auf Instagram, einem Blogpost oder in einer Mail an mich. #IAmMe

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